Puh, was soll ich sagen. Das Jahr neigt sich dem Ende und für gemeinhin zieht man ja zum Jahresende ein Resümee. Also mache ich das einfach mal.

Wind.Mühlen.Flügel – das Stück von Tobias Rausch, welches am 02.April im Kleinen Haus des Staatsschauspiels Dresden uraufgeführt wurde, musste ohne mich auskommen bzw. ich ohne es. Nach einer anfänglichen Absage, wollte mich Tobias Rausch dann doch unbedingt für das Stück haben, doch ich hatte mit M. schon Umzugspläne geschmiedet. Wir wollten in eine gemeinsame Wohnung ziehen, was wir Ende April auch taten. Ich verließ also meine geliebte Neustadt und zog ins unbekannte Trachau.

Ich war einmal – das Stück unter der Regie von Miriam Tscholl musste leider auch ohne mich auskommen. Die Anfrage, die Zuschauer durch dieses Stück zu führen, musste ich ablehnen, da ich mich schon für „These Associations“ (Tino Sehgal) in den Staatlichen Kunstsammlungen verpflichtet hatte.annie-leiter-kopie

Dafür schaffte es Im Zwischenreich – eines meiner Gedichte – am Ostersonntag nach einer traditionelle Oster-Radtour mit meinen Eltern und M. an die Wand des neuen S-Bahnhofs ‚Bischofsweg‘ in Dresden-Neustadt. Bis spät abends habe ich hoch oben auf der Leiter gestanden und gepinselt. Danach war ich stolz, wie eine frischgebackene Mutter.

Alles im Fluss – unser Stück über den Fluss des Lebens und die Elbe im Besonderen von und mit 44 Laiendarstellern unter der Regie von Uli Jäckle wurde am 17.März nach fast einem Jahr abgespielt.

These Associations – Performance/ Installation von Tino Sehgal in den Staatlichen Kunstsammlungen Dresden.  Im Sommer mäandrierten für anderthalb Monate Menschen, Künstler, Bewegungsfreudige durch den Lichthof des Albertinums, spielten Bewegungsspiele, schwärmten aus, wurden schneller, sprinteten, verlangsamten sich wieder und sangen. Ich war eine von ihnen. Zwischendurch trat jede/r aus dem Schwarm heraus und ging in direkten Kontakt mit den Besucher*innen.

Das Deutsche Industrie Theater gründete sich vor einem Jahr mit Christian Schmidt, Anja Martin, Dirk Lehmann und Benjamin Hermsdorf. Im März dieses Jahres stieß ich zu der Gruppe. Was machen wir? Wir experimentiern mit Körpern, Emotionen, Raum, Beziehungen, sprachlich und nonverbal. Zeit lassen, hinhören, lauschen und dann wieder dem Sog folgen, purzeln, fallen, Herzklopfen… „Äh, bin ich jetzt dran?“ „Ja, du. Frag nicht, mach einfach!“ Ups. Improvisation.

„Gibt es Pläne für’s kommende Jahr, Frau Lux?“

„Freut mich, dass Sie das fragen. Es stehen einige Auftritte mit dem Das Deutsche Industrie Theater an. Am 3.Juni und 4.Juni, das ist zu Pfingsten, sind wir z.B. wieder ins schöne Kassel eingeladen, um mit der Gruppe ImproKS im Theaterstübchen zu spielen.

Außerdem wird es ein neues Stück unter der Regie von Uli Jäckle geben, bei dem ich mitspiele. Am 11.Juni hat Die Stunde da wir nichts voneinander wußten von Peter Handke auf dem Theaterplatz in Dresden Premiere. Es ist ein Stück, was komplett ohne Dialoge auskommt. Es wird großartig, wenn Sie mich fragen.“

„Auf dem Theaterplatz bzw. gleich nebenan auf dem Schlossplatz demonstriert ja nun schon seit geraumer Zeit jeden Montag die Pegida. Werden sie sich da nicht ins Gehege kommen?“

„Und ob. Genau das haben wir vor. Wir blockieren einfach den Platz und machen Kunst für Menschen und mit Menschen. Und welcher Autor würde sich da besser eignen als Peter Handke? Und welcher Regisseur würde sich da besser eignen als Uli Jäckle?“

„Sie lieben Handke und Jäckle?“

„Ich verehre sie.“

„Na dann, viel Erfolg und danke für das aufschlussreiche Gespräch.“

„Bittesehr.“